Willkommen zurück – Update des Präsidenten zur Situation nach dem Lockdown

By ADDE
July 20, 2020

In den letzten vier Monaten hat die Weltwirtschaft unter den beispiellosen Auswirkungen der SARS-CoV-2-Pandemie gelitten. Die Dentalbranche war einer der am stärksten betroffenen Sektoren. In vielen Ländern kam es zu einem fast vollständigen Umsatzverlust für Dentalunternehmen, und erst jetzt gibt es erste Anzeichen einer Entspannung. Die Situation bleibt jedoch fragil. Wir bewegen uns auf dünnem Eis, solange es keinen Impfstoff gibt und es durch regionale Ausbrüche des Virus zu lokalen Lockdowns kommt, während über allem die Angst vor einer möglichen zweiten Welle im Herbst schwebt.

In allen europäischen Ländern wurde die routinemäßige zahnärztliche Versorgung im März eingestellt und Behandlungen wurden auf Notfälle beschränkt. Zahnmedizinische Berufe gehören zu den Berufsgruppen, die das größte Expositionsrisiko gegenüber SARS-CoV-2 haben. Als ich kürzlich beim Zahnarzt war, um eine 35 Jahre alte Glasionomerfüllung ersetzen zu lassen, entschuldigte er sich dafür, dass er für dieses aerosolerzeugende Verfahren den gleichen Schutzanzug tragen musste wie für einen Ebola-Patienten. Das Praxisteam trug FFP3-Masken und Gebläsefiltergeräte (PAPR-Einheiten). Ich musste einen langen Fragebogen ausfüllen, damit mein mögliches Risiko einer Exposition gegenüber dem Virus bewertet werden konnte. Außerdem wurde vor und nach meiner Ankunft eine 40-minütige Tiefenreinigung der Instrumente durchgeführt. Die Klimaanlage war wegen des Risikos durch das aerosolerzeugende Verfahren ausgeschaltet, und mir wurde ziemlich heiß in meinem T-Shirt. Wie muss es da erst dem Zahnarzt und seinen Angestellten gegangen sein, die mehrere Schichten feuchtigkeitsbeständiger PSA, Vollgesichtsmasken und Gebläsefiltergeräte mit Haube tragen mussten?

Für ältere Ärzte kann das alles eine zu große Belastung sein. Einige von ihnen haben uns kürzlich anvertraut, dass sie eine vorzeitige Pensionierung planen. Für die jüngeren und zukünftigen Zahnärzte hat sich die Arbeit in der Dentalbranche unumkehrbar verändert. Wie sollen wir reagieren, wenn sich unsere gesamte Geschäftslandschaft ändert?

„ADDE wird Sie weiterhin auf diesem Weg unterstützen, während wir nach dem Lockdown unsere Geschäfte umstrukturieren“

COVID-19 hat natürlich die Einführung digitaler Technologien innerhalb und außerhalb von Zahnarztpraxen beschleunigt. In Zeiten des Lockdowns kam es zu einer Ausweitung der E-Learning-Angebote. Da alle physischen Dental-Schauen auf Ende dieses Jahres oder auf nächstes Jahr verschoben wurden, entstehen derzeit virtuelle Alternativen. Durch COVID-19 haben wir erstmals die Notwendigkeit physischer Treffen hinterfragt. Die Verschmelzung von digitaler Lieferkette und Absatzkanälen hat sich ebenfalls beschleunigt. Sie stellt traditionelle Dentalhändler vor Herausforderungen, bietet aber auch neue Chancen. Verkaufsteams, die früher im Außendienst unterwegs waren, werden jetzt für den digitalen Support und Vertrieb neu eingesetzt, was viele als effizienteren und kostengünstigeren Einsatz von Ressourcen ansehen.

ADDE wird Sie weiterhin auf diesem Weg unterstützen, während wir nach dem Lockdown unsere Geschäfte umstrukturieren. Wir haben kürzlich mit anderen Verbänden zusammengearbeitet, um bei der Europäischen Kommission für eine Verzögerung der Umsetzung der neuen Medizinprodukteverordnung zu werben – mit Erfolg! Über unsere neue Website www.adde.info sowie auf unseren LinkedIn- und Facebook-Seiten stehen Ihnen hervorragende Ressourcen zur Verfügung. Wir haben online Support-Webinare und Fragerunden für Mitglieder durchgeführt und werden dies auch weiterhin tun. Wir werden Sie bei jedem Schritt des Weges begleiten und helfen, wo immer wir können.

Dr. Pavel Smažík ist der neue Vizepräsidenten der ADDE. © ADDE

Abschließend möchte ich Ihnen Dr. Pavel Smažík vorstellen, der kürzlich zum Vizepräsidenten der ADDE ernannt wurde. Er ist ausgebildeter Zahnarzt und Unternehmer aus Leidenschaft. Anfang der Neunzigerjahre gründete Pavel Dentamed, das unter seiner Leitung zum Marktführer in der Tschechischen Republik wurde. Vor Kurzem trat er von allen operativen Aufgaben bei Dentamed zurück und fungiert nun als Vorstandsvorsitzender des Unternehmens. Außerdem ist er Manager für Fusionen und Übernahmen in Mittel- und Osteuropa bei European Dental Partners. Pavel ist zudem Vorsitzender des tschechischen Dentalhandelsverbandes Czechdent und seit mehreren Jahren als Vorstandsmitglied von ADDE im europäischen Dentalgeschäft tätig.

Herzliche Grüße

Ed Attenborough
Präsident der ADDE

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