Vorwort des Präsidenten

By ADDE
December 17, 2020

Sehr geehrte Mitglieder der ADDE und Vertreter der Dentalbranche,

willkommen zu unserem letzten Newsletter im Jahr 2020! Es war für die europäische Dentalbranche und die Weltwirtschaft eines der schwierigsten Jahre seit langem. Die letzte Ausgabe unseres Newsletters erschien, als die ersten Lockdowns in Europa gerade geendet hatten. Jetzt haben viele europäische Länder einen zweiten vollständigen oder teilweisen Lockdown beschlossen. Die Zahnmedizin war von der ersten Welle staatlich verordneter Schließungen stark betroffen. Deshalb haben wir, als Berufsstand und als Branche insgesamt, schnell reagiert und uns angepasst, um die Auswirkungen weiterer Lockdowns zu mindern. Innovative Lösungen für die persönliche Schutzausrüstung, z. B. PAPR-Einheiten, tragen zusätzlich dazu bei, die Auswirkungen der Pandemie auf zahnärztliche Teams zu verringern.

Die einzelnen EU-Länder waren unterschiedlich stark von der Pandemie betroffen, aber ihre Reaktionen waren ähnlich. Nach Angaben unserer Kollegen in Deutschland beschränkte sich der Umsatzrückgang auf rund 15%. In Großbritannien läuft das Dentalgeschäft des National Health Service immer noch schleppend, während das private Dentalgeschäft bereits wieder auf das Niveau vor der Pandemie zurückgekehrt ist. Es wird interessant sein zu sehen, ob das Geschäftsmodell von Dentalpraxen als Unternehmen – und die digitale Technologie – durch die Erfahrungen dieses Jahres weiter an Bedeutung gewinnen. Die ADDE-Umfrage ist nach wie vor eine wichtige Informationsquelle für unsere Mitglieder. Sie zeigt, wie sich die verschiedenen Dentalmärkte im Vergleich zu anderen entwickelt haben, wie sich unterschiedliche Gesundheitssysteme und nationale Reaktionen auf den Dentalhandel ausgewirkt haben und wie sich das Dentalgeschäft insgesamt weiterentwickelt.

Letzte Woche wurde in Großbritannien zum ersten Mal ein Mensch außerhalb einer medizinischen Studie mit einem SARS-CoV-2-Impfstoff geimpft. Der Name der zweiten geimpften Person war William Shakespeare – so etwas kann nur in Großbritannien passieren! Derzeit wird ein Massenimpfprogramm eingeführt. Dies gibt uns Hoffnung. Vielleicht ist schon nächstes Jahr ein Ende der Marktstörungen durch das Virus in Sicht! Letzte Woche wurde außerdem bekannt gegeben, dass die IDS 2021 auf den 22. bis 25. September 2021 verschoben wird. Die Verschiebung der Messe war meiner Meinung nach die richtige Entscheidung. Allerdings ist es bedauerlich, dass der Dienstag, der normalerweise der Tag der Dentalhändler ist, vom Veranstaltungsplan gestrichen wurde. Wir werden eng mit unseren Kollegen beim VDDI zusammenarbeiten, um sicherzustellen, dass die Interessen der ADDE-Mitglieder angehört und berücksichtigt werden.

Außerdem hat sich letzte Woche gezeigt, dass eine Einigung über ein Brexit-Abkommen zwischen der EU und Großbritannien noch vor Ende der Übergangsphase zunehmend unwahrscheinlicher wird. Auf politischer Ebene können beide Seiten dies schlicht als Misserfolg verbuchen. Wirtschaft und Handel gehen aber, unabhängig von politischen Entscheidungen, weiter. Wie ein Kommentator feststellte, sind sich die EU und das Vereinigte Königreich nicht auf praktischer, sondern vielmehr auf theoretischer Ebene uneinig. In jedem Fall werde ich mein Möglichstes tun, um die Interessen großer und kleiner Dentalhändler zu vertreten. Denn eine gesunde europäische Wirtschaft braucht die Vielfalt und Stärke von Unternehmen und Organisationen unterschiedlicher Größe. Bevor ich ins Dentalgeschäft wechselte, arbeitete ich in Deutschland als Software-Ingenieur. Das war Anfang der neunziger Jahre, unmittelbar nach dem Fall der Berliner Mauer. Es war eine einzigartige Zeit in der Geschichte Europas und sie hat mich geprägt. Das Schengener Abkommen trat gerade in Kraft, und die Abschaffung der Grenzkontrollen bedeutete, dass die Menschen zusammenkamen und gemeinsam auf eine bessere Zukunft hinarbeiteten. Durch den Zusammenschluss von Organisationen wie ADDE können sich Dentalhändler gegenseitig besser helfen und unterstützen. Meiner Meinung nach spiegelt dies das europäische Ethos wider.

Das neue Jahr verspricht ein geschäftiges Jahr zu werden, in dem die Dentalbranche und die Gesellschaft insgesamt vor großen Herausforderungen stehen werden. Zu diesen Herausforderungen gehören Massenimpfprogramme und weitere Reaktionen auf die Pandemie, die verzögerte Einführung der Medizinprodukteverordnung und die Auswirkungen des Brexit. Wir gehen dem Jahr 2021 mit neuem Optimismus entgegen und glauben, dass es Licht am Ende des Tunnels geben wird. Das vergangene Jahr war auf vielen Ebenen stressig, das habe ich als Inhaber eines Dentalgeschäfts selbst erlebt. Daher wünsche ich Ihnen nun ein friedliches und frohes Weihnachtsfest und ein erfolgreiches neues Jahr.

Ed Attenborough
Präsident der ADDE

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