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Interview: „Patienten werden zu Fans ihres Zahnarztes, wenn sie sich in guten Händen wissen“

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Dipl.-Ing. Peter Malata ist seit über 20 Jahren W&H-Vorstand. (Bild: W&H)
Dental Tribune International, Kasper Mussche

Dental Tribune International, Kasper Mussche

Do. 3. Mai 2018

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Nachdem er seine Arbeit für das Familienunternehmen 1984 aufgenommen hatte, trat der studierte Ingenieur Peter Malata 1996 in die Fußstapfen seines Vaters und wurde Vorstand von W&H. Seit 1890 ist das nun familiengeführte Unternehmen W&H einer der weltweit führenden Hersteller von zahnärztlichen Präzisionsinstrumenten und Geräten. Aktuell beschäftigt W&H weltweit rund 1.100 Mitarbeiter an zwei Produktionsstätten in Bürmoos, Österreich, an einer in Brusaporto, Italien, sowie in insgesamt 19 Tochterunternehmen in Europa, Asien und Nordamerika. Dental Tribune Online sprach mit W&H-Vorstand Peter Malata über die Geschichte und die Zukunftsvisionen seines Unternehmens sowie dessen Unterstützung für ADDE.

Erst einmal Glückwunsch zum Gewinn des Staatspreises Innovation für Ihre Primea Advanced Air-Turbine! Welche anderen Highlights gab es in letzter Zeit bei W&H?
Als Unternehmen setzen wir den Schwerpunkt auf Innovation und sind deshalb stolz, den Markt für Dentalprodukte mit unseren neuen Technologien mitgestalten zu können. Wir erhielten den Staatspreis Innovation für unsere neue Generation aus Dentalturbinen, Primea Advanced Air, aber auch für die in unseren Turbinen und Winkelhandstücken verbaute LED-Technologie. Wir sind stolz, sagen zu können, dass unser chirurgisches Gerät Implantmed, aber auch unser neuestes Piezoinstrument Piezomed, von Kieferchirurgen sehr gut angenommen werden. Die Technologie schneller werdender Winkelhandstücke wurde von W&H entwickelt, genauso wie die hochmoderne Knopfdruck-Technologie.

Welche Rolle spielt W&H bei der Digitalisierung in zahnärztlichen Praxen?
Wir unterstützen Zahnärzte und Praxispersonal mit intelligenten Produkten, die einen digitalen Arbeitsablauf ermöglichen. Zum Beispiel helfen unser vernetzbarer Sterilisator Lisa und das 3x3-Gerät Assistina, die tägliche Wiederaufbereitungs- und Infektionsschutzroutine zu dokumentieren. Diese Instrumente ermöglichen auch die Integration der Prozessdaten in verschiedene Praxismanagement-Systeme. Aufgrund der positiven Rückmeldung, die wir von verschiedenen Märkten, etwa Frankreich, erhalten haben, sind wir bei W&H davon überzeugt, dass digitale Lösungen eine wichtige Rolle in den Zahnarztpraxen und -kliniken von morgen spielen werden.

Der Slogan der neuen W&H-Kampagne lautet „From a patient to a fan“. Welche Botschaft wollen Sie damit vermitteln?
Unser Ziel ist es, zahnärztliche Instrumente und Lösungen zu bieten, die die tägliche Arbeit von Zahnärzten vereinfachen. Neue Technologien erleichtern dem Zahnarzt die Arbeit, was beim Patienten zu weniger Angst und Stress führt. Ich glaube zwar nicht, dass Menschen je gerne zum Zahnarzt gehen werden. Aber sie werden sich gut aufgehoben und weniger gestresst fühlen, wenn sie mit fortschrittlicher Technik behandelt werden. So werden Patienten zu Fans ihres Zahnarztes, wenn sie sich in guten Händen wissen.

Haben Sie für W&H als Unternehmen eine bestimmte Weiterentwicklung bemerkt?
W&H entwickelt sich weltweit sehr positiv, wobei die Märkte im Fernen Osten in den letzten Jahren besonders stark gewachsen sind. Unsere Aktivitäten in diesem Gebiet begannen bereits vor Jahren mit der Gründung unserer chinesischen Tochterfirma 2010. Kürzlich haben wir eine neue Niederlassung in Indien eröffnet und die Marktaktivitäten unserer indischen Tochterfirma verstärkt. Wir erleben momentan ein starkes Wachstum der W&H-Produkte in diesen Märkten.

Im März 2018 übernahmen wir das schwedische Unternehmen Osstell AB. Osstell ist bekannt für seine patentierte ISQ-Technologie (Implantatstabilitätsquotient). Seit September 2016 haben wir bereits erfolgreich mit Osstell zusammengearbeitet und die neueste Version von Implantmed gemeinsam entwickelt. Implantmed ist das weltweit erste chirurgische Gerät mit integrierter Implantatstabilitätsmessung. Das Ziel der Eingliederung von Osstell in unsere globale W&H Group war, technologische Synergieeffekte in den Bereichen Kieferchirurgie und Implantologie zu erzielen und unser gemeinsames Produktportfolio in Zukunft deutlich auszuweiten.

Spiegeln sich bestimmte Trends der Zahnmedizin im Portfolio von W&H wider?
Wir haben uns auf das Gebiet Wiederaufbereitung und Infektionsschutz spezialisiert und dieser Markt erfordert effektive Technologien, die eine wirksame Wiederaufbereitung und bewährte Verfahren ermöglichen. Zusätzlich dazu haben wir sowohl bei Zahnärzten, als auch bei Patienten ein gestiegenes Bewusstsein für die Wichtigkeit von Prophylaxe und Parodontosebehandlungen festgestellt.

Ein weiterer Trend ist die Vereinfachung des Praxismanagements durch Digitalisierung, wofür weitere digitale Schnittstellen benötigt werden.

Ich habe gelesen, dass der Leitspruch „people have priority“ zugleich Ihre persönliche wie auch die Vision von W&H ist. Was bedeutet diese Philosophie für die Geschäftstätigkeit von W&H und für das Unternehmen als Ganzes?
Da wir ein Unternehmen sind, das Medizintechnik herstellt, muss unser Fokus auf den Menschen liegen. Dazu gehören für uns faire Beziehungen zu Geschäftspartnern und Mitarbeitern. Bei W&H arbeiten das Management und sein weiteres Team eng zusammen. Bereits 1998 habe ich im Unternehmen das so genannte Teamorganisationssystem eingeführt, weil ich fest daran glaube, dass innovative Ideen nicht in einem Kopf allein entstehen. Durch gute Kommunikation und gemeinsames Arbeiten an Projekten erschaffen wir herausragende Produkte, die den Erfolg unseres Unternehmens weltweit ausbauen.

Warum ist es für Sie wichtig, ADDE zu fördern? Und was ist Ihrer Meinung nach der größte durch eine Organisation wie ADDE geschaffene Mehrwert?
ADDE ist eine Organisation des Dentalhandels in Europa und bietet eine Plattform, auf der die gemeinsamen Interessen von Dentalhändlern erörtert werden können. Daraus ergeben sich Vorschläge und Entschlüsse, die von Vorteil für die Handelsorganisation sind. Ein gutes Beispiel dafür ist die Einführung von EDI, einem vereinheitlichten Barcode. Es ist auch eine Plattform, die mit der FIDE zusammenarbeitet, um Standards und Verfahren zwischen Herstellern und Dentalhändlern zu harmonisieren und sich gegebenenfalls an den Europäischen Ausschuss zu wenden, um den Legislativrat dabei zu unterstützen, praktikable Gesetze zu entwerfen.

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