Interview: Attila Trägner wird Mitglied des ADDE-Vorstands

By Jeremy Booth, Dental Tribune International
December 17, 2020

Die ADDE, die die Interessen von mehr als 960 Dentalhändlern in Europa vertritt, hat Attila Trägner in ihren Vorstand berufen. Trägner, CEO und Country Manager von Kulzer für Österreich und die Schweiz, erklärte, die ADDE-Mitglieder durch seine Erkenntnisse unterstützen zu wollen, die er in Gesprächen auf lokaler und nationaler Ebene gesammelt hat.

Herr Trägner, herzlichen Glückwunsch zu Ihrer Ernennung. Was bringen Sie in den ADDE-Vorstand ein?
Vielen Dank. Ich war hocherfreut, als man mich in den Vorstand bat.

Ich habe meine Karriere in der Dentalbranche 2006 begonnen. Von Anfang an hat mich die Kooperation auf gesamteuropäischer Ebene fasziniert. Ich habe immer die intensiven Gespräche mit meinen Kollegen bei Kulzer genossen, in denen wir unsere jeweiligen Länder und die Besonderheiten unserer Kunden verglichen haben. Was sind die Gemeinsamkeiten und wo liegen wesentliche Unterschiede? Können wir diese Eigenschaften auch auf breiter gefasste Gruppen anwenden und vielleicht sogar in Best Practices ummünzen?

Meiner Ansicht nach gibt es wesentlich weisere und erfahrenere ADDE-Vorstandsmitglieder als mich, daher denke ich, dass sich mein Beitrag eher auf Daten und die heutigen Technologien erstrecken wird, die unsere Branche derzeit prägen. Ich könnte mich beispielsweise auf die aktuellen Trends bei den Marktdaten konzentrieren und auf die Frage, wie wir sie in unseren Projekten nutzen können.

Wie könnten ADDE-Mitglieder von einem solchen Schwerpunkt profitieren?
Indem wir Dentalhändler in Österreich und in ganz Europa vertreten, können wir, so denke ich, auf zwei Arten profitieren: Wir können das Ganze von der Basis her aufbauen, indem wir auf lokaler und nationaler Ebene Antworten auf bestimmte Fragen liefern und unseren Mitgliedern diese gesammelten Erkenntnisse zur Verfügung stellen. Die Tatsache, dass das EU-Büro der ADDE so nah an den gesetzgebenden Institutionen in Brüssel angesiedelt ist, bedeutet für uns außerdem, dass wir immer auf dem Laufenden bleiben und unsere Mitglieder so schnell wie möglich mit den neuesten Informationen versorgen können.

Derzeit befinden wir uns in der vielleicht größten Krise, die die Dentalbranche jemals erlebt hat. Worauf sollten die Dentalhändler im Moment besonders achten?
Die Situation ist jetzt besser als vor sechs Monaten. Durch die Pandemie ist uns klar geworden, dass es gerade bei Waren, an die die höchsten Anforderungen gestellt werden, schnell zu Versorgungsengpässen kommen kann. Dies hat uns zudem vor Augen geführt, wie verwundbar der Markt sein kann, wenn Medizinprodukte außerhalb der Europäischen Union bezogen werden. Ich habe mit verschiedenen Händlern gesprochen, die mir die logistischen Probleme erläutert haben, mit denen sie am Anfang der Pandemie zu kämpfen hatten.

Was wird Ihrer Ansicht nach in den kommenden sechs Monaten passieren?
Das Frühjahr 2020 hat uns alle, auch die nationalen Regierungen, auf unterschiedlichste Weise überrascht. Plötzlich hatten wir es mit einer hohen Nachfrage nach Waren zu tun, von denen wir nie angenommen hätten, dass sie knapp werden könnten. Heute sehe ich da ein wesentlich höheres Maß an Zusammenarbeit, einheitlichere Maßnahmen im Gesundheitswesen und die ersten Anzeichen dafür, dass man langsam beginnt, COVID-19 als einen weiteren Faktor in unserem Arbeitsalltag mit zu berücksichtigen. Ich denke, dass wir in den kommenden sechs Monaten eine schrittweise Rückkehr zur Normalität erleben werden.

Können Sie mir einen bestimmten Bereich nennen, in dem die ADDE ihre Mitglieder während der SARS-CoV-2-Krise unterstützen kann?
Bei der ADDE erfolgte der Übergang zur digitalen Kommunikation sehr schnell, daher sind wir heute in der glücklichen Lage, unseren Mitgliedsorganisationen im Hinblick auf alle Aspekte rund um Kanäle und Zielsetzungen der digitalen Kommunikation unsere Unterstützung anbieten zu können.

Wie würden Sie das aktuelle Klima für Veranstaltungen im Dentalbereich beschreiben?
Meiner Ansicht nach waren verschiedene Veränderungen, die wir in den letzten Monaten beobachtet haben, nur eine Beschleunigung anderer Entwicklungen, die bereits auf dem Weg waren. Schon in den letzten Jahren brachten Messen und Ausstellungen für die Organisatoren eine ganze Reihe von Herausforderungen mit sich. Die erfolgreichen unter ihnen fanden Wege, mit diesen Problemen umzugehen. Ihr Ansatz bestand unter anderem darin, besonders aktuelle Themen und interessante Vorträge anzubieten und neue und spannende Veranstaltungsformate einzuführen. Ich bin fest davon überzeugt, dass wir in dieser Branche den zwischenmenschlichen Kontakt brauchen und der Hauptvorteil dieser Veranstaltungen darin liegt, dass wir unsere Partner und Kunden dort persönlich treffen können. Wie werden wir unsere Produkte und Dienstleistungen in Zukunft präsentieren? Das ist eine Frage, die ich sehr spannend finde, und ich denke, in diesem Bereich findet gerade ein gewisser Entwicklungsprozess statt.

Erhoffen Sie sich von dieser Krise und den aktuellen Marktbedingungen auch positive Entwicklungen?
Die Art und Weise, wie die Menschen über Vorschriften und Regeln – die meisten davon im Moment restriktiv – denken und sprechen, hat sich vollkommen verändert. Wir sehen heute, wie wichtig es ist, ein Überwachungssystem auf europäischer Ebene zu haben, vor allem, wenn es um wichtige Güter wie Medizinprodukte geht. Wir denken jetzt auch mehr über Hygiene und Hygienekonzepte nach. Dazu kommt, dass es gerade eine ganze Reihe von zielführenden Diskussionen über die Zukunft der Zahnmedizin gibt.

Was hat es Ihnen persönlich bedeutet, in den Vorstand der ADDE berufen zu werden?
Es hat mich sehr gefreut und mir einen enormen Motivationsschub gegeben. Mit so erfahrenen Kollegen zusammenarbeiten zu dürfen, ist eine Ehre, bringt aber auch eine große Verantwortung mit sich. Ich werde in jedem Fall mein Bestes geben!

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